Hochbau

Interne Mitarbeiter-Rochade – rasch, raffiniert, rentabel

Elena Höppner
von Elena Höppner Content MarketingPubliziert am 17.02.2022

Wir möchten unser Überthema - welche Möglichkeiten zum Ausgleich personeller Kapazitätsschwankungen in der Baubrache existieren - nun mit diesem Artikel abschliessen und dabei ein letztes Modell vorstellen. Nachdem wir uns bisher mit dem Einsatz von Temporären, dem Ausleihen von Mitarbeitern befreundeter Baubetriebe und der Beschäftigung von Subunternehmen mit einem Kapazitätsausgleich durch externes Personal befasst haben, werden wir heute abschliessend einen anderen Ansatz vorstellen: Den internen Austausch von Mitarbeitern zur Kapazitätsabdeckung. Dazu konnte uns der Bauleiter der Arnold AG Roger Roth in einem Interview spannende Einblicke geben. Die Arnold AG gehört zur BKW Infra Services Gruppe und bietet Netzinfrastruktur in den Bereichen Energie, Telecom, Verkehr und Wasser an – und das schweizweit an mehr als 30 Standorten.

In Bezug auf Kapazitätsschwankungen im Allgemeinen berichtet uns Herr Roth im Interview, dass diese auch bei der Arnold AG eine Herausforderung sind. «Je nach Gebiet hat man mal mehr und mal weniger Mitarbeiter und dann kommt es auch auf die Jahreszeit an. Anfang des Jahres ist es immer wenig ausgelastet und gegen Mitte des Jahres ist es eigentlich immer überlastet. Es ist schon eine Herausforderung.»

Als Möglichkeit, diese Schwankungen auszugleichen, nennt Herr Roth zum einen Projektverschiebungen. Man versuche möglichst so zu planen, dass ein Baustellenprojekt dann stattfindet, wenn man weniger Arbeit habe – aber oft sei der Projektablauf natürlich auch gegeben und man könne es nicht ändern. Zum anderen spricht Herr Roth über Ausgleichsmöglichkeiten in Bezug auf den Mitarbeitereinsatz. «Wir haben in manchen Abteilungen, wie z.B. in der Telecom-Abteilung, auch Temporäre. Aber wir schauen natürlich immer zuerst intern, dass wir unsere Leute auslasten und sich Mitarbeiter standortübergreifend unterstützen. Seit wir Vanillaplan verwenden machen wir es so, dass wir alle unsere Standorte darin darstellen, sodass man recht schnell sieht, wo eine Überlastung ist und wo nicht und man die Leute dann standortübergreifend auf Projekte zuteilen kann. Man hat dann die Möglichkeit zu sehen, wo noch Kapazität ist und wo es eine Überlastung gibt.»

Auf unsere Nachfrage nach der genauen Organisation beim internen Austausch von Mitarbeitenden erzählt er: « Die Mitarbeiter sehen ihren Arbeitsort aus der Vanillaplan-App heraus und wir machen auch wöchentlich Sitzungen mit kurzen Infos. Wenn ein Mitarbeiter dann weiter weg muss, informieren wir ihn rechtzeitig im Voraus darüber. Und wir haben es sowieso in den allgemeinen Anstellungsbedingungen drinnen, dass wir in der ganzen Schweiz operieren. Bei uns sind auch Hotel und Übernachtungen inklusive, da müssen die Mitarbeiter nichts zahlen. Ich sag jetzt mal alles, was so eine Stunde oder eineinhalb Stunden Fahrzeit entfernt ist, nehmen wir in Kauf, aber bei allem was weiter entfernt ist, übernachten sie auch dort.»
Er fügt ausserdem hinzu, dass darauf geachtet wird, dass nicht so oft diejenigen, die Familie haben, an weiter entfernte Standorte versetzt werden. «Die Jüngeren, die noch keine Familie haben, die gehen gerne auch mal ein bisschen weiter weg. Ich habe gerade letzte Woche einen Monteur für eine Woche im Wallis gehabt. Ja, die haben eigentlich schon Spass.»

Abschliessend interessiert uns, worin genau Herr Roth die Vorteile des internen Mitarbeiteraustauschs gegenüber den anfangs genannten Temporären sieht. «Ja also beim internen Austausch ist sicher der Vorteil, dass wir unsere Leute beschäftigen können und die Mitarbeiter dann auch die entsprechende Ausbildung haben. In unserer Branche braucht es dringend eine elektrotechnische Grundausbildung, man muss ein bisschen mit diesem Gebiet vertraut sein. Darum kann man nicht einfach irgendwelche anderen Temporären einsetzen, es muss schon ein bisschen aus der Sparte sein. Ausserdem ist es immer schwierig, wenn bei uns Temporäre anfangen, weil wir sie auch erst einführen müssen, sie die Abläufe verstehen müssen und so weiter. Darum haben wir eigentlich wenig Temporäre bei uns. Aber in den Bereichen Tiefbau oder Telecom ist das schon möglich, das sind auch die Abteilungen, in denen wir am häufigsten welche haben.»

Wir bedanken uns vielmals bei Herrn Roth für das spannende Interview, das uns interessante Einblicke in die Organisation des internen Mitarbeiteraustauschs ermöglicht.