Interview mit Berchtold Küchen – Spezialist für individuelle Küchen

Ingrid Stalder
von Ingrid Stalder Customer SuccessPubliziert am 08.07.2021

Das erfolgreiche Unternehmen aus Stans, Kanton Nidwalden, mit Spezialgebiet Küchenbau wurde 1977 von Josef Berchtold gegründet und ist seit 1999 im Besitz von André Berner. Das Unternehmen beschäftigt über 20 Mitarbeiter\*innen.

Seit Gründung von Berchtold Küchen ist die Firmenphilosophie immer dieselbe geblieben. Sie besteht aus den zwei Grundsätzen: Der Kunde ist König - die persönliche und individuelle Beratung des Kunden und der Kundin stehen im Mittelpunkt von der ersten Beratung bis zur Übergabe der fertigen Küche. Und: Geht nicht, gibt es nicht - individuelle Kundenwünsche oder Herausforderungen werden von den kompetenten und zuverlässigen Mitarbeitern mit hoher Fachkompetenz, Kreativität und Leidenschaft umgesetzt.

Diese Philosophie wird in allen Dienstleistungen umgesetzt: bei einem kompletten Küchenbau, wo individuelle Lösungen, bestmögliche Raumausnutzung mit genügend Stauraum sowie Funktionalität und ein optimaler Materialmix im Vordergrund stehen, aber auch bei einem Küchengeräte-Austausch, oder bei der Fertigung von beliebigen Schreinerarbeiten.

Kunden von Berchtold Küchen schätzen, dass von der ersten Beratung in der Austellung oder beim Kunden vor Ort, von den Skizzen und Detailplänen bis zur Produktion in der eigenen Werkstatt und zur fixfertigen montierten Küche alles aus einer Hand – und immer mit grosser Leidenschaft erstellt wird.

Roger Gisler ist gelernter dipl. Techniker HF Holztechnik und eidg. dipl. Werkmeister. Herr Gisler ist der Hauptverantwortliche von Vanillaplan. Berchtold Küchen setzt Vanillaplan seit Oktober 2020 ein.

Herr Gisler: Was war das Highlight für das vergangene Jahr?
Es gab zwei: erstens Corona und die damit zusammenhängenden Herausforderungen, in unserem Fall eine gestiegene Auslastung, haben wir gut gemeistert. Zweitens darf die erfolgreiche Einführung von Vanillaplan erwähnt werden.

Wo haben Sie die Ressourcenplanung gelernt?
Während meiner Weiterbildung zum Techniker HF und eidg. dipl. Werkmeister an der höheren Fachschule Bürgenstock, welche von unserem Fachverband für Schreiner VSSM unterstützt wird.

Wie haben Sie die Einsatz- und Kapazitätsplanung gelernt?
Verschiedene Softwarefirmen haben ihre Lösungen für die Ressourcenplanung vorgestellt. Daneben wurden die Grundlagen in der Weiterbildung vermittelt. Die Praxis habe ich in unserem Betrieb gelernt. Ich habe die Schreinerlehre absolviert und einige Jahre auf dem Beruf gearbeitet. Das bildet die Basis für die Aufwandabschätzung und Kalkulation, welche auf die Ressourcenplanung übertragen wird.

Gibt es auch Weiterbildungen in diesem Gebiet?
Es gibt ein Weiterbildungsangebot vom Schreinerverband und wie bereits erwähnt in der Ausbildung zum Techniker und Werkmeister. Zusätzlich zur theoretischen Bildung zählt auch das persönliche Interesse für Kalkulationen und Ressourcenplanung.

Wie haben Sie von Vanillaplan gehört?
Auf der Suche nach einer geeigneten digitalen Lösung für Ressourcenplanung ist ein Arbeitskollege von unserem Team im Internet auf Vanillaplan gestossen und hat mir einen Link zukommen lassen. Nach kurzer Einsicht der Webseite von Vanillaplan haben wir uns schon bald die Demoversion angesehen.

Wie haben Sie vor Vanillaplan die Ressourcenplanung erstellt?
Wir haben mit Papier die Montage-Auslastung geplant (ähnlich Magnettafeln) und zusätzlich im Excel die Aufträge aufgeführt. Durch die Planung der Montagen auf Papier hatten wir Schwierigkeiten, die Abhängigkeiten der Produktion und AVOR/Vorbereitung korrekt einzuplanen und es kam dadurch immer wieder zu Engpässen in der Produktion. Deshalb wollten wir vom Papier wegkommen und einen neuen Weg einschlagen.

Wie gelang der Einstieg in Vanillaplan?
Der Einstieg mit Vanillaplan verlief ein wenig schleppend. Nachdem wir die Demoversion angesehen haben, wurde das Tool vorerst verworfen. Vanillaplan hat sich anschliessend telefonisch gemeldet und vertieft nachgefragt. Im Anschluss an dieses Gespräch haben wir es nochmals versucht. Weiterhin wurde die Planung der Montage mit Papier gemacht und dazu parallel die Planung der Montage und zwei weiteren Abteilungen mit Vanillaplan getestet.

Was waren die Herausforderungen?
Einige Mitarbeiter hatten Schwierigkeiten, sich vom Papier zu lösen und dem Programm zu vertrauen. Durch das fehlende Vertrauen wurden die Veränderungen der Aufträge nicht gut genug nachgetragen und aktualisiert. Dies führte logischerweise zu Engpässen und Problemen. Zu Beginn war dies etwas schwierig, inzwischen geht es für alle immer besser und wir haben die Planung im Griff.

Wer ist für die Ressourcenplanung zuständig?
Für die Langzeit-Kapazitätsplanung ist die Geschäftsleitung und Kalkulation zuständig. In einer wöchentlichen Sitzung wird die Kapazitäts- und Langzeiteinsatzplanung besprochen, ob Lücken für zusätzliche Aufträge bestehen oder wo möglicherweise eine Überlastung besteht. Im Kapazitätsplan werden dann vom Startpunkt der Montage die vorlaufenden Abteilungen Produktion und AVOR/Vorbereitung berechnet. Für die kurzfristige Wochen- bis Tagesplanung, vor allem für Kleinaufträge und Feinplanungen, ist unsere AVOR/Vorbereitung zuständig.

Wie wird die Kapazitäts- und Einsatzplanung bei Ihnen im Betrieb organisiert?
Anfangs hat die für alle sichtbare Ressourcenplanung mit Vanillaplan einzelne Mitarbeiter unter Druck gesetzt. Doch inzwischen konnten alle miterleben, dass bei Engpässen aufeinander Rücksicht genommen wird und die Ressourcen entsprechend angepasst werden. Wir haben speziell dafür ein Organigramm erstellt, wer für was zuständig ist und mit welchen Stellvertretungen.Mittlerweile wird nicht nur die Montage geplant, sondern insgesamt drei Abteilungen: AVOR/Vorbereitungen, Produktion und Montage. Wir können uns vorstellen, zukünftig auch noch die Abteilungen für die Oberflächen und Bankarbeiten hinzuzufügen.
Für die Ressourcenplanung sind, nebst dem Hauptverantwortlichen, noch drei weitere Personen zuständig.
Für eine bessere Terminübersicht erfassen wir in den Projekten unter Bemerkungen das Montagedatum und können so die Aufträge nach Montagestart sortieren. Dies ermöglicht uns, dass wir die Daten wie gewohnt in Excel exportieren und als Liste in den Abteilungen für alle sichtbar aufhängen können.

Was gefällt Ihnen an Vanillaplan?
Die Abhängigkeiten der einzelnen Arbeitsschritte bzw. Abteilungen: AVOR/Vorbereitung, Produktion, Montage werden viel besser sichtbar.
Die Mobile App, bei uns im Einsatz bei den Monteuren, ist auch sehr nützlich. Sie sehen nicht nur ihre eigenen Einsätze, sondern auch diejenigen der Kollegen bis zu 14 Tage im Voraus. Nun können die Monteure Verbesserungsvorschläge für ihre Einsätze einbringen z. B. sich gegenseitig helfen, wenn Einsätze in der Nähe liegen.
Im Pausenraum haben wir einen Computer angebracht, welcher für alle die Einsatzplanung sichtbar macht. Die Mitarbeiter schauen ihre Einsätze in der Tages- und Wochenplanung an und dadurch denken alle mit und bringen zusätzliche Unterstützung und Hilfe an, so dass der Betrieb in dieser herausfordernden Zeit besser vorwärts kommt.

Was ist Ihr Nutzen?
Das vernetzte Denken aller Mitarbeiter ist verbessert worden und die Abhängigkeiten werden besser sichtbar gemacht. Dadurch gibt es weniger Engpässe in der Produktion bzw. im Betrieb.

Besten Dank für das Interview Herr Gisler.

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