10 Tipps für eine nachhaltigere IT-Nutzung

Elena Höppner
da Elena Höppner Content Marketing 14.07.2022

Grüner Strom, ein einfacher Quellcode, die richtige Programmiersprache und eine ideale Hardwareauslastung – in unserem letzten Artikel haben wir uns angeschaut, worauf es bei nachhaltiger Softwareentwicklung wirklich ankommt. Durch ein Interview mit unserem Entwickler Carlo haben wir dabei einen spannenden Blick hinter die Kulissen werfen können. Nachdem wir nun wissen, wie Softwareentwicklung möglichst energieeffizient gestaltet werden kann, schauen wir uns heute mal die andere Seite an: So stellte der «Digital Office Index» von Bitkom fest, dass in Deutschland bereits 2018 knapp die Hälfte aller Arbeitnehmenden quer durch alle Branchen hinweg an einem Computerarbeitsplatz tätig war – Tendenz steigend. Mit Google, den Office- Programmen, Zoom und Adobe nutzen wir alle, vermutlich täglich, bei Arbeit und Freizeit verschiedenste Software-Lösungen. Kaum noch vorstellbar ein Leben ohne – und dabei steigt der weltweite CO2-Verbrauch mit dem Googlen von Suchbegriffen, dem Hochladen von Fotos und dem Streamen von Videos kontinuierlich in die Höhe. Klar, wir können nicht den Laptop zuklappen und uns komplett von der digitalen Welt verabschieden. Aber welche Möglichkeiten gibt es, ohne enorme persönliche Einbussen effektiv Energie sparen zu können?

Tipp 1: Ausmisten und löschen statt speichern und sammeln
Wer kennt es nicht: Chaos in den Daten, überfüllte Speicher und überquellende E-Mail-Postfächer, bei denen man neben den E-Mails eigentlich gleich den ganzen Account löschen könnte. Tun Sie es! Neben einer entspannteren Nutzung sparen Sie damit einiges an Strom.

Tipp 2: Download-Links verschicken statt grosse Dateien anhängen
Baupläne, Datenmodelle oder Videos – wann auch immer Sie grössere Datenmengen an andere verschicken wollen, ist ein Download-Link im Vergleich zum klassischen E-Mail-Anhang der deutlich energiesparendere Weg.

Tipp 3: Adaptive Helligkeit statt volle Beleuchtung
Weniger ist mehr: Passen Sie die Helligkeit Ihres Bildschirms automatisch Ihrer Umgebung und Ihrer Aktivität an. So haben Sie zu jeder Zeit die richtigen Lichtverhältnisse und sparen dabei sogar noch Energie.

Tipp 4: Offline statt online konsumieren
Netflix, Youtube, Spotify – ein grosser Teil des genutzten Datenvolumens im Internet lässt sich auf die Nutzung von Streaming-Diensten zurückführen. Die Lösung: Inhalte, die öfter konsumiert werden, wie z.B. Lieblingslieder oder -serien, downloaden. So müssen sie nur einmal heruntergeladen, statt immer wieder live gestreamt zu werden.

Tipp 5: Standby-Modus und ausschalten statt Bildschirmschoner und laufen lassen
Auch Ihr Rechner braucht mal Pause! Versetzten Sie ihn dazu während Ihrer Arbeitspausen in den Standby-Modus. Bildschirmschoner hingegen sind ein absolutes No-Go: Farbenfrohe 3D-Animationen sind zwar spannend zu beobachten, aber wahre Stromfresser. Am Ende des Tages sollten Sie den Rechner statt des Standby-Modus vollständig herunterfahren und von der Netzverbindung trennen. Nur so verbraucht dieser wirklich gar keinen Strom mehr.

Tipp 6: Cloud-Nutzung im Rechenzentrum statt eigener Server im Haus
Bessere Kühlmöglichkeiten, effizientere Wärmenutzung, idealere Serverauslastung: Ein auf Datenverarbeitung spezialisiertes Rechenzentrum toppt den hauseigenen Server in Energiefragen in den meisten Belangen. In vielen Fällen lohnt es sich also, Ihre Daten bei Rechenzentren zu lagern, anstatt sie selbst zu hosten.

Tipp 7: Mit Technologie Energieverbrauch optimieren statt erhöhen
Im Idealfall verbraucht Ihre IT nicht nur Energie, sondern es lässt sich mit ihrem Einsatz sogar welche sparen: Steuern Sie durch intelligente Systeme Ihre Beleuchtung, Heizung oder Lüftung automatisch, sodass diese perfekt aufeinander abgestimmt sind und keine Energie verschwendet wird.

Tipp 8: Reparieren und aufrüsten statt wegwerfen und neukaufen
Klar ist: Die energiesparendste Technik ist gar nicht erst produzierte Technik – schliesslich geht ein Grossteil des CO2-Verbrauchs eines Gerätes auf die Produktion zurück. Darum ist es sinnvoll, beim Einkauf auf modular aufgebaute Produkte zu achten: So können einzelne Teile, wie Arbeitsspeicher, Festplatte, Grafikkarte oder Akku, im Schadensfall ausgetauscht oder zu einer leistungsstärkeren Version aufgerüstet werden. Auf diese Weise muss es nicht immer das allerneuste Produkt sein – das ist günstiger und ressourcenschonend dazu.

Tipp 9: Refurbished-Store statt Elektrogrosshandel
Neukaufen heisst nicht neu kaufen: Refurbished IT ist Hardware, die von Fachleuten generalüberholt und professionell wieder aufbereitet wird. Komplett durchgecheckt und mit der neusten Software ausgestattet ist sie eine echte Alternative zu Neuprodukten! Durch die mehrfache Nutzung verringert sich sowohl die Entstehung von Elektroabfall als auch Produktion und Transport von Neuprodukten – eine win-win-Situation. Denken Sie also über eine Neuanschaffung nach oder hat Ihr Gerät für Ihre Zwecke ausgedient, kann sich der Weg in den Refurbished-Store definitiv lohnen.

Tipp 10: Für den spezifischen Einsatz optimiert statt über- oder unterdimensioniert
Arbeitsplätze mit Staubbelastung wie Baustellen oder Produktionshallen, die IT-Abteilung im Technikunternehmen oder der Privatnutzer, der abends eben mal seine E-Mails checkt: in allen Szenarien sind die Anforderungen an die Technik verschieden. Die jeweilige Hardware sollte daher an die Nutzungsbedingungen angepasst sein: Bildschirm, Prozessor und Grafikkarte sollten weder im Sinne des Stromverbrauchs zu gross und leistungsstark, noch im Sinne der Lebensdauer zu klein und leistungsschwach sein. Hier gilt: So gross wie nötig, so klein wie möglich.